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Holtzbrinck hat gerade erst 85 Millionen Euro für das Online-Netzwerk StudiVZ ausgegeben - nun folgt mit dem Mietmarktplatz Erento.com ein weiterer Zukauf im Web-Geschäft. Übernimmt sich die Verlagsgruppe mit diesen Zukäufen?

Ja! Holzbrinck wird beim Platzen der Web 2.0-Blase mit leeren Taschen dastehen. Die Preise sind viel zu hoch.
Nein! StudiVZ und Erento.com sind sinnvolle Zukäufe. Die Strategie von Stefan Holzbrinck stimmt!
Warren Buffet hätte sicher nicht gekauft. Verlage können es sich aber nicht leisten im Web abwesent zu sein. Time wil tell!

Bei Suhrkamp ist der Teufel los. Nach dem Gesellschafterwechsel wird der Zoff über die Presse ausgetragen. Wird der Verlag die Querelen überleben?

Suhrkamp ist eine deutsche Kulturinstitution. Unabhängig von den Querelen wird der Verlag seine Bedeutung behalten
Ulla Berkewicz kann den Verlag weder inhaltlich noch kaufmännisch führen. Solange sie Verlegerin spielt, wird der Verlag weiter an Image verlieren
Auch die neuen Gesellschafter können Suhrkamp nicht retten. Es müssen endlich echte Verlagsprofis das Steuer übernehmen.
Die neuen Gesellschafter werden die Witwe von Unseld aus dem Verlag drängen und Suhrkamp zu neuer Bedeutung führen.

Beim Suhrkamp Verlag hat sich die Beteiligungsstruktur geändert. Die neuen Eigentümer wollen den Verlag auf die Erfolgsspur zurückführen. Wird das gelingen?

Suhrkamp ist für die deutsche Kultur zu wichtig. Man kann einen solchen Verlag nicht einer überforderten Verlegerwitwe überlassen. Hoffentlich haben die neuen Aktionäre den Mut, die Probleme anzugehen.
Solange die neuen Aktionäre nicht mehr Mitspracherechte bekommen, wird sich nichts ändern. Der Verlag wird weiter an Renomme verlieren
Die Verlegerin macht ihre Sache doch gut und verwaltet das Erbe von Siegfried Unseld in beeindruckender Weise.
Die beiden neuen Anteilseigner haben selbst viel zu wenig Erfahrung, um einen solchen Verlag zu führen.

Ein Konsortium aus 40 Verlagen hat auf der Buchmesse die Bücher-Suchmaschine 'Volltext-online' vorgestellt. Kann das eine ernsthafte Konkurrenz zu Googles Büchersuche werden?

Nein! Google hat eine so gute Technologie, da können andere kaum mithalten.
Ja! Die Inhalte sind entscheidend. Da können 40 Verlage schon viel bieten.
Es sollte allein schon deshalb gelingen, weil sonst das Google-Monopol weiter wächst.

Der Brockhaus Verlag stellt die Inhalte des Meyers Taschenlexikon online und bietet wie Wikipedia auch Möglichkeiten der Interaktion. Ist das das letzte Aufgebot der "old media" Verlage oder der Beginn der Offensive gegen die Online-Emporkömmlinge?

Brockhaus hat keine Chance gegen Wikipedia. Das Sterben der Lexikonverlage hat schon lange begonnen.
Endlich haben die Verlage verstanden, um was es geht. Für Wikipedia ist das Spiel noch nicht gewonnen.
Wikipedia hat gegen die großen Redaktionen und die hohe inhaltliche Qualität der etablierten Verlage nichts entgegenzusetzen. Wikipedia wird wieder verschwinden.

Bücher sind in Deutschland zu teuer. Das meint jedenfalls der Chef von Weltbild, des größten deutschen Buch-Einzelhändlers. Sind sie auch dieser Meinung?

Ja - Bücher sind generell zu teuer.
Vom Buchpreis leben die Autoren, die Verlage, die Buchhändler und Druckereien. Da sind 9 Euro für ein Taschenbuch nicht zu viel
Ein Buch kostet weniger als ein Kinobesuch oder ein Ticket für Oper, Konzert oder Fussball. Der Preis ist angemessen
Bücher sind in Deutschland eher billiger als woanders
Wenn die Bücher billiger wären, würde auch mehr gelesen - insbesondere auch von jungen Leuten

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