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Günther Oettinger verstrickt sich immer tiefer in Widersprüche bezüglich seiner Totenrede auf seinen Vorgänger Filbinger. Muss er zurücktreten?

Ja - er sollte zurücktreten
Nein - das war eine private Rede vor den Angehörigen von Filbinger. Das muss man verstehen.
Keine Ahnung - hatte er denn unrecht?

Dani Levy hat mit "Mein Führer" eine Komödie über Adolf Hitler (gespielt von Helge Schneider) gedreht. Kann man über den Nazi-Diktator lachen?

Solange das Lachen nicht zum Selbstzweck wird, sondern dazu dient, die größten Verbrechen im Gedächtnis zu behalten: ja
Das Ganze ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Hoffentlich schneiden sich Regisseur und Schauspieler nicht
Nein - das ist geschmacklos und verharmlost das Dritte Reich

Immer mehr Museen werden mit Restitutionsforderungen konfrontiert - jetzt will Kulturstaatsminister Bernd Neumann die Rückgabe von Raubkunst transparenter machen. Was halten Sie davon?

Unabhängig von der Rückgabe von Kunstwerken. Es muss klar sein, woher die Kunstwerke kommen. Dann kann man immer noch entscheiden, ob sie zurückgegeben werden.
Ich bin gegen die Rückgabe von Kunstwerken wegen Dingen, die 60 oder 100 Jahre zurückliegen. Die Erwerber (Museen, Privatsammler) haben zum Teil viel Geld für die Kunstwerke bezahlt.
Das ist richtig. Die Herkunftsforschung ist wichtig. Die Kunstwerke müssen zurückgegeben werden - und nicht erst dann, wenn irgendwelche Nachkommen vor Gericht gehen.

Das Magazin Cicero veröffentlicht eine angebliche NS-Skandalgeschichte über Habermas, die offensichtlich auf Gerüchten und Sensationsgier beruht. Wie halten Sie davon?

Das Kulturmagazin Cicero ist für mich gestorben. Welcher Recherche kann da in Zukunft noch trauen
Irgendwas wird doch an dieser Geschichte dran sein, wenn überall darüber geschrieben wird
Habermas sollte diese Verleumder verklagen. Das gilt auch für das Buch von Joachim Fest, wo die selben dummen Gerüchte gewälzt werden.
Ich habe von dem Fall noch nichts gehört

Bundestags-Vizepräsident Thierse wirft Polizei lasches Vorgehen gegen Rechtsradikale nach den Vorfällen im Berliner Wahlkampf vor. Stimmen Sie zu?

Ja - es dürfen keine Zustände wie in der Weimarer Republik entstehen
Ja - jetzt sieht man, was das mißlungene NPD Verbot für Auswirkungen hatte
Wahlstörer und Schläger gehören hinter Gitter - ob vom linken oder rechten Rand ist egal
Da wird wieder etwas aufgebauscht, was täglich tausendmal in Deutschland passiert.

Die Angriffe von mutmaßlichen Rechtsextremen auf Wahlkämpfer in Berlin hat die Debatte über ein Verbot der NPD neu entfacht. Soll ein zweiter Verbots-Versuch vor dem Verfassungsgericht unternommen werden?

Solange die drei Verfassungsrichter noch im Amt sind, die beim letzten Mal das Verbot abgelehnt haben, lohnt sich das nicht. Also: neuer Versuch 2010
Man muss den rechten Mob bekämpfen, wann und wo es einen Anlass gibt. Also: sofort den zweiten Versuch starten!
Das hat doch keinen Zweck. Die NPD ist mittlerweile zu schlau, um Angriffsflächen zu bieten. Man muss politisch kämpfen, nicht vor Gericht
Die NPD ist eine demokratische Partei wie jede andere. Ein Verbotsverfahren ist nicht angebracht

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